Montag, 27. März 2017

»Die Anderen & Johannes der V.« – Ein wunderbar philosophisches Werk über das Menschsein

Titel: Die Anderen & Johannes der V.
Autor: Tauchmaske
Genre: Fantasy
Verlag: The Wooky People
Sprache: Deutsch
Seiten: 250 (im ungewöhnlich großen Format)
ISBN: 978-3200041981



Nachdem mich schon Band 1 der außergewöhnlichen »Johannes«-Reihe begeistert hat, musste ich natürlich auch den zweiten Band, »Die Anderen & Johannes der V.« lesen, eine Fortsetzung, die mich nicht weniger begeistert hat.

 
Handlung

Als Johannes sich auf die Suche nach der Wahrheit über seine Familie und die gesamte Menschheit gemacht hat, konnte er nicht ahnen, welchen Fels er damit ins Rollen bringt – und so ist er viel schneller in das wohl älteste Geheimnis der Erde verwickelt, als er ahnen kann.
Plötzlich steckt er mittendrin in seinem neuen Leben in einer Gesellschaft fernab der unseren und darf am eigenen Leib erfahren, wie harmonisch und friedlich das Zusammenleben auch in den buntesten und vielfältigsten Gruppen aussehen kann. Er kann die moderne Gesellschaft aus einer völlig neuen Perspektive betrachten und realisiert, dass es so nicht weitergehen kann – und dass er die tragende Rolle darin spielt, die Menschheit wieder auf den richtigen Weg zu lenken. Eine Mission um das Fortbestehen der Menschen beginnt.

Die Handlung des zweiten Bandes beginnt genau dort, wo der erste Teil geendet hat und löst so endlich den gemeinen Cliffhanger auf – allerdings nicht, ohne neue Fragen aufzuwerfen. Ganz im Gegenteil: Vor allem Johannes‘ Ankunft bei den anderen sorgt nicht nur beim Protagonisten, sondern auch beim Leser für zahlreiche Fragezeichen im Kopf. Allerdings nicht auf eine negative, sondern auf eine positive und durchaus spannende Art und Weise. Neugierig, wie ich bin, konnte ich gar nicht anders, als immer weiter und weiter zu lesen und endlich Antworten zu bekommen.
Besonders gefallen hat mir auch in diesem Band wieder die philosophische Seite, die das Buch deutlich von anderen aus der Genre abhebt und völlig einzigartig macht. Tauchmaske gelingt es nicht nur, den Lebensstil und die Prinzipien unserer Gesellschaft zu hinterfragen, er schafft auch ein Idealbild, das stattdessen angestrebt werden sollte. Und so sehr ich mich auch bemüht habe, einen Fehler oder ein Problem in dieser allzu perfekten Welt zu finden – ich habe keinen gefunden.
Zwar hatte ich schon im ersten Band das Gefühl, dass Tauchmaske reale, biografische Geschehnisse mit etwas Fiktion vermischt und uns das Ganze dann als Fantasyroman auftischt, aber in diesem Band wurde die Ahnung aufgrund liebevoller und detailreicher Beschreibungen und Ähnlichem noch stärker – was mich erst recht dazu gebracht, mir den Kopf zu zerbrechen.

Charaktere

»Ich bin nur ein Mensch.«
Diesen Satz sagt Johannes allzu oft während seiner Zeit bei den Anderen. Er nutzt es zwar meist als Rechtfertigung, doch hier will ich diesen Satz mal ganz lobend zitieren. Der Protagonist der Reihe ist ein ganz normaler Mann in den Mittfünfzigern, mit all den Stärken und Schwächen, die wir eben so haben – wenn auch mit einem überdurchschnittlichen Sinn für Humor. Auch seine Neugier und seinen Wissensdurst sind überdurchschnittlich, wodurch er den Leser nicht nur durch die Welt der Anderen führt, sondern buchstäblich die Augen öffnet.
Wer Johannes im ersten Band sympathisch fand, wird das auch im zweiten tun, denn trotz des Fortgangs seiner Reise und seiner nicht unbedeutenden Rolle bezüglich des Fortbestehens der Menschheit bleibt er vor allem eins: Authentisch.
Auch die Nebencharaktere waren allesamt wieder liebevoll und detailverliebt ausgearbeitet, doch über Anderen will ich nun wirklich nicht zu viel verraten. ;)

Schreibstil

Schon wieder hatte ich dank des lebensnahen und recht simplen Schreibstils das Gefühl, direkt aus dem Tagebuch des Ich-Erzählers zu lesen. Es ist beinahe, als würde man Johannes am Küchentisch gegenübersitzen und er würde einem seine Geschichte erzählen – was das Abenteuer umso spannender zu lesen macht.

Fazit

Wem »Ich, Johannes der V.« gefallen hat, der sollte auch die Fortsetzung lesen, denn »Die Anderen & Johannes der V.« steht seinem Vorgänger in nichts nach – ein wunderbar philosophisches Werk über das Zusammenleben der Menschen getarnt als toller Fantasy-Roman.

5 von 5 Sternen! 


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